Afrika in der Antike – Gold und Elfenbein

Afrika in der Antike – Gold und Elfenbein

Für die Menschen der Antike war Afrika eine einzige, große Schatzkammer: Gold, Elfenbein, Weihrauch, Edelsteine, Edelhölzer und Sklaven – das waren die Schätze, die Nordafrika zu bieten hatte. Doch was ist Nordafrika überhaupt? Im geographischen Sinne trennen die nahezu undurchdringlichen Weiten der Sahara den Norden vom Rest des afrikanischen Kontinents ab – eine klare Aufteilung, wie sie sonst nicht viele Kontinente aufweisen. Im Süden markiert die west-östlich verlaufende Sahelzone die  Grenze, während westlich der Atlantik und östlich das Rote Meer den Kontinent begrenzen. Nordafrika hat eine Fläche von 4,75 Millionen Quadratkilometern, vier Fünftel davon sind gegenwärtig Wüste.

Araber, Mauren (daher das kolonialistische „Mohren“), Nubier und Berber sind die dominierenden Völkerschaften dieser Region. Zu den Kernstaaten Nordafrikas zählen heute Marokko mit der Westsahara, Algerien, Tunesien (kleiner Maghreb), Libyen (großer Maghreb), Ägypten sowie der Sudan (nur der Norden). Bei diesen modernen Staatsgebilden müssen wir uns jedoch vor Augen halten, dass es keine historisch gewachsenen Grenzen sind, die diese Länder voneinander trennen. Vielmehr wurden die Demarkationslinien – wie auf dem gesamten afrikanischen Kontinent – von den einstigen europäischen Kolonialmächten auf dem Reißbrett gezogen. Die Folgen davon sehen wir heute beinahe täglich in den Nachrichten.

Betrachten wir das Land aus dem Blickwinkel des Numismatikers, so eröffnet sich eine faszinierende Welt, die sich deutlich von dem abhebt, was wir aus dem „klassischen“ griechisch-römischen Kulturraum kennen. Beginnen wir mit der ältesten Hochkultur Nordafrikas, dem Pharaonenreich Ägypten.

Ägypten: Reichtum ohne Münzen
Die kulturellen Errungenschaften dieser frühesten Hochkultur der Menschheit sind allgemein bekannt, sodass wir uns hier auf die monetäre Seite dieses Reiches konzentrieren können. Im Osten Nordafrikas gelegen, richteten die ägyptischen Herrscher ihren Blick stets auf die Levante. Der Westen hingegen, Nordafrika, war, abgesehen von einem schmalen Küstenstreifen und wenigen, oft nur mühsam zu erreichenden Oasen, unzugängliche Wüste. Es war das Land, das die Mythologie der Ägypter als Reich des Todes ansah. Lediglich der Süden, wo das oft aufsässige Volk der Nubier lebte, war von einem gewissen Interesse, das letztlich bis an die Grenzen Nordäthiopiens reichte, wobei die Ägypter die Nubier gerne in einen Topf mit den Äthiopiern warfen und sie als solche bezeichneten – eine geographische Unschärfe, die zeigt, wie wenig man über die südlichen Gebiete wusste, außer dass dort irgendwo das Goldland Punt lag. An Gold hatte es Ägypten nie gemangelt, an Silber hingegen schon. Diese Tatsache vermutet man als Grund, weshalb das Münzwesen in Ägypten erst spät Einzug hielt. Zwar war Ägypten auch noch im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. eine bedeutende Handelsmacht und führte Kriege, für die griechische Söldner angeheuert wurden. Allerdings bezahlte man Waren und Soldaten nicht mit Münzen, die in Ägypten geprägt wurden, sondern importierte fremdes Geld. Erst im 5. Jahrhundert v. Chr., nachdem Ägypten vom Perserreich regiert wurde, begann man damit, dort Münzen zu prägen, doch verraten diese über die ägyptische Kultur denkbar wenig. Erst kurz bevor Ägypten von Alexander dem Großen überrannt wurde (332 v. Chr.), brachte Pharao Nektanebos II. (359-240) Goldmünzen heraus, die Hieroglyphen und eine pharaonische Bildsprache trugen. (…)
 

Den vollständigen Artikel finden sie in Ausgabe 1/2012 des Münzen Journals…

 

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